Hunde
Zeckenschutz beim Hund: Krankheiten, Vorbeugung, Entfernen
Zecken können beim Hund Borreliose, Babesiose und Anaplasmose übertragen. Wie du ganzjährig vorbeugst, Zecken Schritt für Schritt richtig entfernst und warum der Schutz zum Tierarzt gehört.
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- LifeVital Redaktion
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In diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze: Zecken können beim Hund Krankheitserreger übertragen – unter anderem Borreliose (Lyme), Babesiose und Anaplasmose. Die Fachgesellschaft ESCCAP empfiehlt einen ganzjährigen Zeckenschutz mit zugelassenen Antiparasitika – diese sind Arzneimittel und gehören in die Hand des Tierarztes. Ebenso wichtig: tägliches Absuchen und schnelles, korrektes Entfernen – viele Erreger werden erst Stunden nach dem Stich übertragen (bei Babesia canis ca. 48 Stunden). Ergänzungs- und Futtermittel sind kein Ersatz für einen wirksamen Zeckenschutz.
Welche Krankheiten übertragen Zecken? (Tabelle)
Nach den ESCCAP-Leitlinien können Zecken beim Hund mehrere Erreger übertragen. Wichtig in Mitteleuropa:
| Krankheit | Erreger | Hinweis |
|---|---|---|
| Borreliose (Lyme) | Borrelia burgdorferi | häufigste Zeckenkrankheit |
| Babesiose | Babesia-Arten | „Hundemalaria", kann schwer verlaufen |
| Anaplasmose | Anaplasma-Arten | grippeähnlich, Fieber |
| Ehrlichiose u. a. | Ehrlichia | regional, v. a. nach Reisen |
Eine einzelne Zecke kann mehrere Erreger gleichzeitig tragen. Babesia canis breitet sich laut einer deutschlandweiten Studie zunehmend aus – auch durch reisende Hunde innerhalb Deutschlands.
Warum schnelles Entfernen zählt
Viele Erreger werden nicht sofort übertragen, sondern erst einige Zeit nach dem Stich. Für Babesia canis geht man von einer Übertragung etwa 48 Stunden nach dem Anheften aus. Deshalb ist es so wichtig, den Hund täglich abzusuchen und Zecken rasch zu entfernen – jede früh entfernte Zecke senkt das Infektionsrisiko.
Zecke richtig entfernen – Schritt für Schritt
- Werkzeug bereitlegen: Zeckenzange, -haken oder -karte (keine Finger).
- Hautnah ansetzen: die Zecke so nah wie möglich an der Haut fassen, nicht am vollgesogenen Körper.
- Gerade herausziehen: langsam und gerade herausziehen – nicht quetschen, nicht drehen.
- Kein Öl/Klebstoff/Hitze: solche „Hausmittel" reizen die Zecke und erhöhen das Infektionsrisiko.
- Stelle kontrollieren: danach desinfizieren und die Einstichstelle in den Folgetagen beobachten.
- Reste: bleibt ein Teil stecken und entzündet sich die Stelle, den Tierarzt aufsuchen.
Vorbeugung: Was wirklich schützt
1. Wirksamer Zeckenschutz (tierärztlich): ESCCAP empfiehlt einen ganzjährigen Schutz mit zugelassenen Antiparasitika (Spot-on, Tabletten oder Halsband). Welches Präparat passt – abhängig von Region, Lebensweise und Verträglichkeit – entscheidet der Tierarzt. Diese Mittel sind zugelassene Antiparasitika bzw. Arzneimittel, keine Nahrungsergänzung.
2. Tägliches Absuchen: nach jedem Spaziergang das Fell durchgehen, besonders Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Leisten.
3. Richtiges Entfernen: siehe Schritt-für-Schritt oben.
4. Umfeld beachten: hohe Wiesen und Unterholz in der Zeckensaison meiden bzw. das Fell danach besonders gründlich kontrollieren. Zecken sind nicht nur im Hochsommer aktiv – bereits ab wenigen Grad plus, weshalb ESCCAP zum Ganzjahresschutz rät.
Impfung: Gegen bestimmte Erreger (z. B. Borreliose, teils Babesiose) gibt es Impfangebote – ob sinnvoll, klärt der Tierarzt. Eine Impfung ersetzt den Zeckenschutz nicht.
Wann zum Tierarzt?
- nach einem Zeckenstich mit Fieber, Mattigkeit, Lahmheit, Appetitlosigkeit oder dunklem Urin
- wenn die Zecke nicht vollständig entfernt werden konnte und sich die Stelle entzündet
- zur Beratung über den passenden Zeckenschutz und mögliche Impfungen
Häufige Fragen
Welche Krankheiten kann eine Zecke auf meinen Hund übertragen?
Vor allem Borreliose, Babesiose und Anaplasmose, regional auch weitere Erreger wie Ehrlichiose. Eine Zecke kann mehrere Erreger gleichzeitig tragen. Deshalb sind schneller Zeckenschutz und rasches Entfernen wichtig.
Wie entferne ich eine Zecke beim Hund richtig?
Mit Zeckenzange, -haken oder -karte möglichst hautnah fassen und gerade, langsam herausziehen – ohne Quetschen, Drehen oder Öl. Danach desinfizieren, die Stichstelle beobachten und den Hund in den Folgetagen auf Krankheitszeichen achten.
Muss ich meinen Hund auch im Winter vor Zecken schützen?
ESCCAP empfiehlt einen ganzjährigen Schutz, weil Zecken bereits bei wenigen Grad über null aktiv werden. Ob durchgehend oder saisonal, richtet sich nach Region und Lebensweise – das bespricht der Tierarzt.
Reichen natürliche Mittel als Zeckenschutz aus?
Nein. Für einen verlässlichen Schutz empfiehlt ESCCAP zugelassene Antiparasitika, die der Tierarzt auswählt. Ergänzungs- oder Hausmittel können das nicht ersetzen – gerade in Regionen mit Babesiose ist ein wirksamer Schutz entscheidend.
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Quellen
- ESCCAP Guideline 05 (5. Auflage, 2024): Control of Vector-Borne Diseases in Dogs and Cats. esccap.org (PDF)
- Springer S et al.: Germany-wide citizen science study reveals spread of Babesia canis-infected Dermacentor reticulatus ticks. Parasit Vectors. PMC
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Zeckenschutzmittel sind zugelassene Antiparasitika bzw. Arzneimittel – Auswahl und Anwendung besprichst du mit deinem Tierarzt. Bei Krankheitszeichen nach einem Zeckenstich umgehend tierärztlichen Rat einholen.