Pferde
Pferd richtig aufwärmen und abkühlen: Muskeln und Gelenke schützen
Aufwärmen und Trockenreiten schützen Sehnen, Muskeln und Gelenke vor Verletzungen. Warum das Warmreiten so wichtig ist, wie lange es dauern sollte und wie du richtig abkühlst.
- Redaktion
- LifeVital Redaktion
- Veröffentlicht
- Lesedauer
- 3 Min.
In diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze: Aufwärmen und Abkühlen sind einfache, aber wichtige Bausteine, um dein Pferd gesund und verletzungsfrei zu halten. Ein Warm-up steigert die Durchblutung, erhöht die Temperatur und Elastizität von Muskeln, Sehnen und Bändern – das senkt das Risiko für Zerrungen und Verletzungen. Das Cool-down senkt Temperatur und Puls, hilft Wärme und Milchsäure aus der Muskulatur abzutransportieren und beugt Muskelkater vor. Faustregel: mindestens 10–15 Minuten Schritt/lockeres Warmreiten am Anfang und entsprechend Trockenreiten am Ende.
Warum Aufwärmen so wichtig ist
Kalte Muskeln, Sehnen und Bänder sind weniger elastisch und leichter verletzbar. Ein gutes Warm-up:
- erhöht die Durchblutung und die Sauerstoff-/Nährstoffversorgung der Gliedmaßen,
- steigert die Gewebetemperatur, wodurch Sehnen und Bänder dehnbarer werden,
- macht die Muskulatur geschmeidiger → weniger Zerrungen, Faserrisse und Überlastung,
- bereitet auch Herz-Kreislauf und Kopf des Pferds auf die Arbeit vor.
So wärmst du richtig auf
- Locker im Schritt beginnen (mehrere Minuten am langen Zügel), dann lösende Arbeit in Trab/Galopp mit großen, ruhigen Linien.
- Mindestens 10–15 Minuten, bei älteren Pferden, Kälte oder Vorbelastung länger.
- Intensität langsam steigern – erst nach dem Lösen anspruchsvollere Lektionen.
Cool-down: das Trockenreiten
Nach der Arbeit:
- Im Schritt auslaufen, bis Atmung und Puls sich beruhigt haben.
- Schrittphasen helfen, Wärme und Milchsäure aus der Muskulatur abzutransportieren, unterstützen die Herzfrequenz-Erholung und reduzieren Muskelkater.
- Bei Hitze zusätzlich kühlen (siehe Hitze im Sommer), dann trocken abreiben; das Pferd nicht verschwitzt in die Box stellen.
Häufige Fehler
- Zu kurz oder gar nicht aufwärmen und direkt „loslegen" – häufige Ursache von Zerrungen.
- Bei Kälte genauso kurz aufwärmen wie im Sommer – im Winter braucht das Gewebe länger.
- Abrupt beenden ohne Trockenreiten – belastet Kreislauf und Muskulatur.
- Auf hartem/rutschigem Boden intensiv arbeiten, bevor das Pferd gelöst ist.
Gesunde Bewegung insgesamt
- Regelmäßige, gleichmäßige Bewegung hält Muskulatur, Sehnen und Gelenke fit.
- Abwechslung (Gelände, Bodenarbeit, Longe) statt einseitiger Belastung.
- Bei Steifheit, Lahmheit oder Bewegungsunlust den Tierarzt hinzuziehen – Aufwärmen ersetzt keine Behandlung.
Für Gelenkgesundheit zählen vor allem passende Bewegung, gutes Gewicht und tierärztliche Begleitung; Ergänzungsfutter können unterstützen, sind aber kein Ersatz dafür.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ich mein Pferd aufwärmen?
Als Orientierung mindestens 10–15 Minuten: erst lockerer Schritt, dann lösende Arbeit mit langsam steigender Intensität. Bei älteren Pferden, Kälte oder nach Belastungspausen sollte das Aufwärmen länger dauern.
Warum ist Trockenreiten nach der Arbeit wichtig?
Das Auslaufen im Schritt senkt Temperatur und Puls und hilft, Wärme und Milchsäure aus der Muskulatur abzutransportieren. Das unterstützt die Erholung und beugt Muskelkater vor – so bleibt das Pferd langfristig geschmeidiger.
Schützt Aufwärmen vor Verletzungen?
Ein gutes Warm-up macht Muskeln, Sehnen und Bänder elastischer und senkt dadurch das Risiko für Zerrungen und Überlastungsschäden. Es ersetzt aber keine tierärztliche Behandlung – bei Lahmheit oder Schmerzen gehört das Pferd zum Tierarzt.
Muss ich im Winter länger aufwärmen?
Ja. Bei Kälte sind Muskeln, Sehnen und Bänder weniger elastisch und brauchen mehr Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Plane im Winter deutlich mehr Schritt- und Lösungsphasen ein, bevor du intensiver arbeitest.
Passende Artikel
- Arthrose beim Pferd: Anzeichen erkennen und richtig begleiten
- Hufpflege beim Pferd: Grundlagen für gesunde Hufe
- Pferd im Sommer: Hitze, Wasser und Elektrolyte richtig managen
Quellen
- My New Horse (Equus): The Importance of Warming Up and Cooling Down Your Horse. mynewhorse.equusmagazine.com
- The Horse: Sensible Recovery Strategies for Equine Athletes. thehorse.com
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche oder trainingsfachliche Beratung. Bei Lahmheit, Steifheit oder Schmerzen wende dich an deinen Tierarzt. Ergänzungsfutter sind keine Arzneimittel.