Pferde
Hufpflege beim Pferd: Grundlagen für gesunde Hufe
Ohne Huf kein Pferd: Wie du Hufe richtig auskratzt, wie oft der Schmied kommen sollte, was Strahlfäule ist und woran du gesunde von kranken Hufen unterscheidest.
- Redaktion
- LifeVital Redaktion
- Veröffentlicht
- Aktualisiert
- Lesedauer
- 3 Min.
In diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze: „Ohne Huf kein Pferd" – auf den vier Hufen ruht das gesamte Gewicht des Pferdes. Gute Hufpflege heißt: täglich auskratzen und kontrollieren, regelmäßiger Schmied-/Hufpfleger-Termin (je nach Nutzung etwa alle 6–8 Wochen, Barhuf oft 8–12 Wochen) und trockene, saubere Böden, um Strahlfäule vorzubeugen. Bei Lahmheit, Wärme, pochender Pulsation oder üblem Geruch gehört der Huf zum Schmied bzw. Tierarzt – bei Reheverdacht sofort.
Warum Hufe so wichtig sind
Auf jedem Huf lastet ein Bruchteil von oft über 500 kg Körpergewicht, getragen von einem kleinen Knochen (Hufbein) im Inneren, geschützt durch Hufwand und Strahl. Der Huf ist zudem eine Blutpumpe: Bei jedem Schritt wird er belastet und entlastet, was die Durchblutung des Beins fördert. Schäden an Huf und umgebendem Gewebe wirken sich deshalb direkt auf Bewegung und Gesundheit aus.
Tägliche Basis-Pflege
- Hufe auskratzen (mind. täglich, vor/nach dem Reiten): Steine, Kot und Einstreu entfernen, besonders in den Strahlfurchen.
- Kontrollieren: auf Risse, lose Eisen, Steine, Fremdkörper, üblen Geruch und Wärme achten.
- Trockene, saubere Umgebung: Matsch und Nässe fördern Hornprobleme und Strahlfäule; ständiger Wechsel nass/trocken lässt das Horn brüchig werden.
Regelmäßiger Fachtermin
| Nutzung | Intervall |
|---|---|
| Barhuf / leichte Nutzung | ca. alle 8–12 Wochen ausschneiden |
| Reit-/Arbeitspferde (beschlagen) | meist alle 6–8 Wochen |
| Sommer / schnelles Hornwachstum | eher kürzer |
Ziel ist eine ausbalancierte Hufform – gleichmäßig belastet, das entlastet Knochen, Sehnen und Bänder und beugt Fehlstellungen vor.
Strahlfäule erkennen
Strahlfäule zeigt sich als schwarze, übelriechende, schmierige Masse im Bereich des Strahls und entsteht in feuchten, verschmutzten Bedingungen. Unbehandelt kann sie tiefer gehen und lahm machen. Wichtig sind trockene Haltung, saubere Hufe und – bei Bedarf – die Behandlung nach Rücksprache mit Schmied/Tierarzt.
Woran erkenne ich einen gesunden Huf?
- feste, gleichmäßige Hufwand ohne tiefe Risse
- gut ausgeprägter, elastischer Strahl ohne Fäulnisgeruch
- kein übermäßiges Ausbrechen oder Bröckeln
- das Pferd läuft taktrein und lahmfrei, auch auf hartem Boden
Kleine oberflächliche Risse sind oft harmlos; tiefe oder wachsende Risse gehören dem Schmied gezeigt.
⚠️ Warnzeichen: sofort abklären
- Lahmheit, Wärme im Huf, pochende Pulsation an den Zehenarterien
- eingetretene Fremdkörper (Nagel etc. – nicht einfach ziehen, Tierarzt rufen und Lage dokumentieren)
- Hufgeschwür-Verdacht, starker Geruch
- Anzeichen von Hufrehe – das ist ein Notfall
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Pferd zum Schmied?
Das hängt von Nutzung und Hornwachstum ab. Barhufpferde bei leichter Nutzung oft alle 8–12 Wochen, beschlagene Reit- und Arbeitspferde meist alle 6–8 Wochen, im Sommer eher kürzer. Ziel ist eine ausbalancierte, gleichmäßig belastete Hufform.
Wie kratze ich Hufe richtig aus?
Mit dem Hufkratzer von der Trachte zur Zehe arbeiten und Schmutz, Steine und Einstreu entfernen – besonders in den Strahlfurchen. Dabei den Huf auf Risse, lose Eisen, Fremdkörper, Geruch und Wärme kontrollieren. Idealerweise täglich, sicher aber vor und nach dem Reiten.
Was ist Strahlfäule und was hilft?
Strahlfäule ist eine übelriechende, schwarze Zersetzung im Strahlbereich, die in feuchten, schmutzigen Bedingungen entsteht. Wichtig sind trockene Haltung und saubere Hufe; bei ausgeprägter Strahlfäule oder Lahmheit sollten Schmied und Tierarzt hinzugezogen werden.
Braucht ein Pferd Hufeisen?
Nicht zwingend. Viele Pferde laufen gesund barhuf, wenn Hornqualität, Boden und Belastung passen. Beschlag oder Hufschuhe sind sinnvoll, wenn der Huf stärker beansprucht wird oder Probleme bestehen. Das entscheiden Schmied/Hufpfleger je nach Pferd.
Passende Artikel
- Hufrehe beim Pferd: Ursachen, Symptome und Soforthilfe
- Mauke beim Pferd: Ursachen, Pflege und Vorbeugung
- Anweiden beim Pferd: Warum du langsam ans Gras gewöhnen musst
Quellen
- University of Minnesota Extension: Caring for Your Horse's Hooves. extension.umn.edu
- Utah State University Extension: Proper Basic Hoof Care. extension.usu.edu
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachkundige Huf- oder tierärztliche Versorgung. Bei Lahmheit, Fremdkörpern oder Reheverdacht umgehend Schmied bzw. Tierarzt hinzuziehen.