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Zahnpflege beim Pferd: Warum die jährliche Kontrolle so wichtig ist

Pferdezähne wachsen lebenslang und nutzen sich ungleich ab. Warum scharfe Kanten Probleme machen, wie oft die Zähne kontrolliert werden sollten, was Floaten ist und welche Anzeichen du kennst.

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Das Wichtigste in Kürze: Pferdezähne schieben lebenslang nach und nutzen sich beim Kauen ab. Dabei entstehen oft scharfe Kanten (Haken), die Wange und Zunge verletzen und das Kauen stören. Deshalb gehören die Zähne regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf abgeraspelt (gefloatet). Die AAEP empfiehlt bei erwachsenen Pferden mindestens eine jährliche Kontrolle; junge (2,5–5 J.) und alte Pferde brauchen sie häufiger. Zahnkontrolle und -korrektur gehören in fachkundige (tierärztliche/dentale) Hände.

Warum Pferdezähne besondere Pflege brauchen

Anders als beim Menschen wachsen Pferdezähne kontinuierlich nach und werden durch das Kauen von Raufutter abgeschliffen. Weil Ober- und Unterkiefer unterschiedlich breit sind, nutzen sich die Zähne ungleichmäßig ab – es bilden sich scharfe Schmelzkanten. Diese können Maulschleimhaut und Zunge verletzen, das Kauen behindern und die Futterverwertung verschlechtern. Gerade weil Raufutter heute oft in kürzeren Fasern (Häcksel, wenig Weide) angeboten wird, kaut das Pferd weniger seitlich – die Selbstabnutzung reicht dann nicht.

Wie oft kontrollieren? (Tabelle)

Nach AAEP-Empfehlung:

AlterKontrolle
Fohlen/Jungpferderste Kontrolle in den ersten Lebenswochen
~2,5–5 Jahrebis zu 2× jährlich (Zahnwechsel)
Erwachsen (ab 5 J.)mindestens jährlich
Senior (ab ~10–15 J.)oft halbjährlich

Anzeichen für Zahnprobleme

  • Futter fallen lassen, langsames oder wählerisches Fressen
  • „Wickeln" (Quidding): halb gekaute Heuröllchen fallen aus dem Maul
  • unverdaute Fasern im Kot, Gewichtsverlust
  • Widersetzlichkeit am Gebiss, Kopfschlagen, Speicheln, Mundgeruch, einseitiges Kauen

Diese Zeichen sind unspezifisch – die Ursache klärt die zahnärztliche/tierärztliche Untersuchung.

Was passiert beim Floaten?

Beim Floaten werden die scharfen Schmelzkanten mit speziellen Raspeln (heute meist motorisiert) abgeschliffen. Das Pferd wird dazu oft leicht sediert und bekommt ein Maulgatter. Ziel ist eine gleichmäßige Kaufläche ohne Haken – das beugt Verletzungen vor und verbessert Kauen und Futterverwertung. Übermäßiges Abschleifen ist zu vermeiden; deshalb gehört es in fachkundige Hände.

EOTRH bei alten Pferden

EOTRH (equine odontoklastische Zahnresorption und Hyperzementose) ist eine schmerzhafte, fortschreitende Erkrankung vor allem der Schneide- und Hakenzähne älterer Pferde. Sie führt zu Resorption, Schwellungen und Instabilität und wird tierärztlich (per Röntgen) diagnostiziert und behandelt – bis hin zur Extraktion betroffener Zähne.

Häufige Fragen

Wie oft sollten die Zähne eines Pferdes kontrolliert werden?

Erwachsene Pferde brauchen mindestens eine jährliche Kontrolle. Junge Pferde (etwa 2,5–5 Jahre) und alte Pferde sollten häufiger – oft halbjährlich – untersucht werden. Ob und wie viel geraspelt werden muss, entscheidet die fachkundige Untersuchung.

Woran erkenne ich, dass mein Pferd Zahnprobleme hat?

Typische Hinweise sind Futter fallen lassen, „Wickeln" (halb gekaute Heuröllchen), langsames oder wählerisches Fressen, unverdaute Fasern im Kot, Gewichtsverlust sowie Widersetzlichkeit am Gebiss oder Kopfschlagen. Bei solchen Zeichen die Zähne kontrollieren lassen.

Was bedeutet „Zähne raspeln" (floaten)?

Beim Floaten werden die scharfen Schmelzkanten abgeschliffen, die beim ungleichmäßigen Abrieb entstehen. Das beugt Verletzungen von Wange und Zunge vor und verbessert Kauen und Futterverwertung. Es sollte fachkundig durchgeführt werden.

Kann ich die Zähne meines Pferds selbst pflegen?

Zähneputzen wie beim Hund ist beim Pferd nicht nötig. Deine Aufgabe ist, auf Warnzeichen zu achten und die regelmäßige fachkundige Kontrolle sicherzustellen. Das Raspeln und die Behandlung von Zahnerkrankungen gehören in tierärztliche/dentale Hände.

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Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Zahnkontrolle und -korrektur gehören in fachkundige Hände. Bei Fress- oder Gebissproblemen wende dich an deinen Tierarzt/Pferdedentisten.