Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen Körper – es macht etwa 30 % des gesamten Körperproteins aus. Doch nicht alle Kollagentypen sind gleich: Typ I, II und III unterscheiden sich in Struktur, Vorkommen und Funktion erheblich. Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Kollagentypen, zeigt, was die Forschung zu Kollagenpeptid-Supplementen sagt, und beantwortet die wichtigste Frage: Welcher Typ ist für welchen Zweck relevant?

Was ist Kollagen?

Kollagen ist ein fibrilläres Strukturprotein, das in nahezu allen Bindegeweben des Körpers vorkommt. Es besteht aus einer charakteristischen Tripelhelix-Struktur: Drei Polypeptidketten winden sich umeinander und bilden ein extrem zugfestes Molekül.

Die Grundbausteine sind die Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Die Synthese von Kollagen erfordert Vitamin C als Cofaktor – ein Mangel an Vitamin C führt zu Skorbut, der sich durch brüchiges Bindegewebe manifestiert.

Bisher sind 28 verschiedene Kollagentypen bekannt. Die drei häufigsten (Typ I, II, III) machen den Löwenanteil des körpereigenen Kollagens aus.

Kollagen Typ I: Haut, Knochen, Sehnen

Kollagen Typ I ist das häufigste Kollagen im menschlichen Körper – es kommt in Haut (ca. 80–90 % des Hautkollagen), Knochen, Sehnen, Bändern und Dentin der Zähne vor. Es bildet dicke, parallel ausgerichtete Fasern, die extreme Zugfestigkeit bieten.

Relevanz für Nahrungsergänzungsmittel:

  • Kollagenpeptide aus Rind, Schwein oder Fisch (Marine Kollagen) bestehen überwiegend aus Typ-I-Kollagen
  • Studien untersuchen Typ-I-Kollagenpeptide für Hautfeuchtigkeit, Hautelastizität und Knochengesundheit

Kollagen Typ II: Knorpel und Gelenke

Kollagen Typ II ist das charakteristische Kollagen des hyalinen Knorpels, der die Gelenkflächen überzieht. Es kommt außerdem in der Bandscheibe und im Glaskörper des Auges vor. Im Gegensatz zu Typ I bildet Typ II feinere, weniger dicht gepackte Fibrillen, die zusammen mit Proteoglykanen dem Knorpel seine stoßdämpfenden Eigenschaften verleihen.

Relevanz für Nahrungsergänzungsmittel:

  • Typ-II-Kollagenpeptide oder natives (undenaturiertes) Typ-II-Kollagen werden für Gelenkgesundheit eingesetzt
  • Natives Typ-II-Kollagen (UC-II®) wirkt nach einem anderen Mechanismus als Kollagenpeptide: Es soll eine orale Toleranz gegenüber Gelenkknorpel-Antigenen induzieren (tolerogener Mechanismus). Studien dazu zeigen positive Ergebnisse bei Gelenkbeschwerden, aber die EU-Behörden haben für Kollagen noch keine zugelassene EFSA-Gesundheitsbehauptung für Gelenke erteilt.

Kollagen Typ III: Blutgefäße und innere Organe

Kollagen Typ III kommt häufig zusammen mit Typ I vor und macht einen erheblichen Anteil des Kollagens in Haut, Blutgefäßwänden, inneren Organen (Darm, Lunge, Leber) und im Uterus aus. Es ist weniger zugfest als Typ I, aber flexibler und wird auch als retikuläres Kollagen bezeichnet.

In der Nahrungsergänzungsbranche wird Typ III oft zusammen mit Typ I in Rinderhaut-Kollagen-Produkten vermarktet.

Weitere Kollagentypen im Überblick

Typ Hauptvorkommen Besonderheit
IV Basalmembranen Netzartiger Aufbau (kein Fibrill)
V Knochen, Haut, Haare Reguliert Fibrillendicke
VI Muskel, Knorpel Kürzere Fibrillen, beaded structure
X Wachstumsplatten in Knochen Kurzkettig, Mineralisierung
XVII Haut-Basalmembran Verankerung von Keratinozyten

Kollagenpeptide als Nahrungsergänzung: Was sagt die Forschung?

Kollagenpeptide (hydrolysiertes Kollagen) entstehen durch enzymatische Aufspaltung des Kollagenmoleküls in kurze Peptide (typisch 3–10 Aminosäuren). Diese gelten als besser bioverfügbar als intaktes Kollagen, da sie leichter absorbiert werden können.

Studienlage für Haut

Mehrere randomisierte, placebokontrollierte Studien zeigten, dass die tägliche Einnahme von 2,5–10 g Kollagenpeptiden (vorwiegend Typ I) über 8–12 Wochen:

  • Die Hautfeuchtigkeit signifikant verbessert (Proksch et al., 2014)
  • Die Hautelastizität erhöht (Proksch et al., 2014)
  • Die Faltiefenmessung verbessert (Choi et al., 2019)

Studienlage für Gelenke

Studien zu Kollagenpeptiden und Gelenkgesundheit zeigen gemischte Ergebnisse:

  • Clark et al. (2008) fanden in einer Studie mit Hochleistungssportlern eine signifikante Reduktion von Gelenkschmerzen nach 24-wöchiger Einnahme von 10 g Kollagenhydrolysat
  • Für UC-II (natives Typ-II-Kollagen, 40 mg täglich) zeigte eine Meta-Analyse von Lugo et al. (2016) positive Effekte auf Gelenkflexibilität und Komfort

Keine zugelassene EFSA-Gesundheitsbehauptung für Kollagen

Die EFSA hat für Kollagenpeptide oder -hydrolysate bisher keine spezifischen Gesundheitsbehauptungen zugelassen (Stand März 2026). Produkte dürfen keine Aussagen zu Gelenken, Haut oder Knochen im Sinne von Art. 13/14 VO (EG) 1924/2006 machen, es sei denn, sie nutzen zugelassene Claims für enthaltene Nährstoffe (z. B. Vitamin C für Kollagensynthese, Mangan für Bindegewebe).

Quellen: Fisch, Rind, Schwein, Huhn

Für Kollagenpräparate kommen verschiedene tierische Quellen in Frage:

Quelle Kollagentypen Besonderheit
Rinderhaut/-knochen Typ I + III Günstig, weit verbreitet; bovine Quelle
Fischkollagen (Marine) Primär Typ I Höhere Bioverfügbarkeit in einigen Studien; kein Rinder-BSE-Risiko
Schweinschwarte Typ I + III Günstig; für Schweinefleischesser geeignet
Hühnerknorpel/-knochen Typ II (Knorpel), Typ I (Haut) Quelle für natives Typ-II-Kollagen (UC-II)

Zinzino Collagen Boozt

Zinzino Collagen Boozt ist ein flüssiges Kollagenprodukt, das laut Hersteller Meereskollagen (Marine Collagen, Typ I) in hydrolysierter Form enthält. Ergänzende Inhaltsstoffe wie Vitamin C (unterstützt die normale Kollagensynthese – zugelassener EFSA-Claim), Biotin und Hyaluronsäure sind ebenfalls enthalten.

Detailliertere Produktinformationen findest du im Artikel Zinzino Collagen Boozt: Meereskollagen flüssig – was steckt drin?

Häufige Fragen zu Kollagentypen

Welcher Kollagentyp ist am besten für Haut und Haare?

Für Haut und Haare sind primär Typ-I-Kollagenpeptide relevant, da Typ I das dominante Strukturkollagen der Haut ist. Marine Kollagen (Fischkollagen) enthält überwiegend Typ I und wird teils als besonders gut bioverfügbar beschrieben.

Welcher Kollagentyp ist am besten für Gelenke?

Für Gelenke wird entweder hydrolysiertes Typ-II-Kollagen (als Quelle für Aminosäuren) oder natives, undenaturiertes Typ-II-Kollagen (UC-II) eingesetzt. UC-II wirkt über einen tolerogenen Mechanismus und erfordert nur sehr kleine Mengen (40 mg täglich). Die Forschung ist für beide Varianten noch nicht abgeschlossen.

Kann ich Kollagen über die Ernährung aufnehmen?

Ja. Knochenbrühe, Schweinepfoten, Gelatine, Aspik und Hühnerknorpel sind kollagenreiche Lebensmittel. Die Bioverfügbarkeit aus Lebensmitteln kann jedoch variieren. Alternativ liefern ausreichend Protein (alle Aminosäuren für Kollagensynthese) und Vitamin C aus der Ernährung die Voraussetzungen für die körpereigene Kollagenproduktion.

Nimmt der Kollagengehalt im Körper mit dem Alter ab?

Ja. Ab etwa dem 25. Lebensjahr nimmt die körpereigene Kollagenproduktion kontinuierlich ab – etwa 1 % pro Jahr. Ab den Wechseljahren beschleunigt sich dieser Prozess bei Frauen. Das erklärt, warum Haut, Gelenke und Knochen mit zunehmendem Alter an Festigkeit und Elastizität verlieren.

Quellen

  • Proksch E et al. (2014): Oral supplementation of specific collagen peptides has beneficial effects on human skin physiology. Skin Pharmacology and Physiology, 27(1): 47–55.
  • Choi FD et al. (2019): Oral Collagen Supplementation: A Systematic Review of Dermatological Applications. Journal of Drugs in Dermatology, 18(1): 9–16.
  • Clark KL et al. (2008): 24-Week study on the use of collagen hydrolysate as a dietary supplement in athletes with activity-related joint pain. Current Medical Research and Opinion, 24(5): 1485–1496.
  • Lugo JP et al. (2016): Undenatured type II collagen (UC-II) for joint support: a randomized, double-blind, placebo-controlled study in healthy volunteers. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 13: 14.
  • Avila Rodríguez MI et al. (2018): Collagen: A review on its sources and potential cosmetic applications. Journal of Cosmetic Dermatology, 17(1): 20–26.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine medizinische Beratung oder Therapieempfehlung dar. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an deinen Arzt oder Apotheker.