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Ergänzungsfutter fürs Pferd: Mineralfutter, Balancer & Co. im Überblick

Mineralfutter, Ration Balancer oder Kraftfutter? Was die Ergänzungsfutter-Typen fürs Pferd unterscheidet, wann welches passt und warum Raufutter immer die Basis bleibt.

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LifeVital Redaktion
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3 Min.

Das Wichtigste in Kürze: Raufutter ist die Grundlage jeder Pferdefütterung – aber es liefert selten alle Vitamine und Mineralstoffe in ausgewogener Menge. Typische Lücken sind Kupfer, Zink, Selen, Jod, Vitamin E und teils bestimmte Aminosäuren. Je nach Pferd schließt man diese mit einem Mineralfutter, einem Ration Balancer oder – bei höherem Energiebedarf – einem fortifizierten Kraftfutter. Welches passt, hängt von Raufutterqualität, Arbeit, Alter und Gewicht ab. Im Zweifel hilft eine Rationsberechnung. Wichtig: nicht mehrere Präparate wahllos kombinieren.

Raufutter zuerst – aber selten vollständig

Nach Kentucky Equine Research (KER) sollte Raufutter das Fundament jeder Ration sein. Es deckt aber nicht automatisch den Bedarf an allen Spurenelementen und Vitaminen – häufige Defizite betreffen Kupfer, Zink, Selen, Jod, Vitamin E und einzelne Aminosäuren. Deshalb ergänzt man gezielt das, was fehlt – nicht „irgendetwas Gutes".

Die drei Grundtypen (Tabelle)

TypLiefertIdeal für
Mineralfutter (Vitamin-Mineral)Vitamine + Mineralstoffe, kaum Eiweiß/KalorienPferde, die Energie/Protein über Raufutter decken
Ration Balancerzusätzlich Eiweiß/Mengenelemente (oft 0,5–1 kg)Raufutterration mit Protein-Lücke, ohne viele Kalorien
Fortifiziertes KraftfutterKalorien über das Raufutter hinausPferde mit hohem Bedarf (viel Arbeit, Zucht)

So findest du das Richtige

  • Raufutterqualität und -menge einschätzen (im Idealfall analysieren lassen).
  • Bedarf klären: Arbeit, Alter, Gewicht, Zucht/Wachstum.
  • Nur eine Lücke gezielt schließen statt vieler Präparate parallel.
  • Selen und fettlösliche Vitamine nicht überdosieren – hier ist zu viel schädlich.
  • Bei Unsicherheit Rationsberechnung (Fütterungsberatung/Tierarzt) nutzen.

Ergänzungsfutter sind eine Ergänzung zur ausgewogenen Ration, kein Ersatz für gutes Raufutter oder eine tierärztliche Behandlung.

Häufige Fehler

  • Mehrere mineralisierte Futter parallel – die Gehalte addieren sich, Selen kann gefährlich hoch werden.
  • „Viel hilft viel" – Überdosierung fettlöslicher Vitamine (A, D) und Spurenelemente schadet.
  • Kraftfutter „aus Gewohnheit" trotz geringer Arbeit – begünstigt Übergewicht und Stoffwechselprobleme.
  • Mineralausgleich ganz weglassen – reine Heu-/Weideration lässt oft Kupfer/Zink/Selen offen.

Häufige Fragen

Braucht mein Pferd überhaupt Zusatzfutter?

Fast jedes Pferd braucht zumindest einen Mineralausgleich, weil Raufutter selten alle Spurenelemente und Vitamine ausgewogen liefert. Ob Mineralfutter, Balancer oder Kraftfutter passt, hängt von Raufutterqualität, Arbeit, Alter und Gewicht ab.

Was ist der Unterschied zwischen Mineralfutter und Ration Balancer?

Mineralfutter liefert vor allem Vitamine und Mineralstoffe fast ohne Kalorien und Eiweiß. Ein Ration Balancer wird in etwas größerer Menge gefüttert und bringt zusätzlich mehr Protein und Mengenelemente – sinnvoll, wenn Eiweiß fehlt, aber keine hohen Kalorien gebraucht werden.

Kann ich meinem Pferd einfach mehrere Zusätze geben?

Besser nicht ungeprüft. Mehrere Präparate parallel können sich überschneiden und einzelne Nährstoffe (z. B. Selen) gefährlich hoch werden lassen. Besser gezielt die tatsächliche Lücke schließen – idealerweise nach Rationsberechnung.

Reicht ein Salzleckstein als Ausgleich?

Nein. Ein Salzleckstein deckt nur den Natriumbedarf, nicht aber Kupfer, Zink, Selen, Jod oder Vitamin E. Für diese Nährstoffe braucht es ein Mineralfutter oder einen Balancer.

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Quellen

  • Kentucky Equine Research: Fortified Feed, Ration Balancer, or Vitamin and Mineral Supplement – Which Do I Choose? ker.com
  • Kentucky Equine Research: Ration Balancers for Horses – Just the Basics. ker.com

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche oder fütterungsfachliche Beratung. Ergänzungsfutter am tatsächlichen Bedarf ausrichten und Überdosierungen (z. B. Selen) vermeiden. Ergänzungsfutter sind keine Arzneimittel.