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Immunsystem beim Pferd stärken: Vitamin E, Selen und gutes Raufutter

Ein stabiles Immunsystem beginnt beim Raufutter. Welche Rolle Vitamin E und Selen spielen, warum Heu oft zu wenig liefert, warum mehr nicht besser ist und welche Bausteine noch zählen.

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Das Wichtigste in Kürze: Die Basis eines gesunden Immunsystems beim Pferd ist hochwertiges Raufutter und eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Die Antioxidantien Vitamin E und Selen wirken zusammen und unterstützen die normale Immunfunktion. Problem: Vitamin E geht bei der Heuernte und Lagerung stark verloren (laut KER 30–85 %), und viele Böden (auch in Teilen Deutschlands) sind selenarm. Wichtig ist aber auch: Mehr ist nicht besser – zu viel Selen ist giftig, zu viel Vitamin E kann die Vitamin-A-Aufnahme stören. Ergänzungen gehören an den Bedarf angepasst, idealerweise nach Rationsprüfung.

Raufutter zuerst

Nach Kentucky Equine Research (KER) ist eine gute Weide bzw. hochwertiges Raufutter der erste Schritt zu Gesundheit und Abwehr: Grünpflanzen liefern Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A) und – frisch – Vitamin E. Allerdings deckt Raufutter allein nicht jeden Bedarf, vor allem nicht bei reiner Heufütterung ohne Weidegang. Die Grundregel „viel gutes Raufutter" ist damit auch fürs Immunsystem der wichtigste Baustein.

Vitamin E und Selen: das Antioxidantien-Duo

  • Vitamin E und Selen arbeiten zusammen, neutralisieren freie Radikale und unterstützen normale Immunreaktionen und die Muskelfunktion.
  • Vitamin-E-Verlust im Heu: Beim Trocknen gehen laut KER 30–85 % des Vitamin E verloren, weiterer Verlust folgt bei der Lagerung. Pferde ohne Weidegang (nur Heu) sind deshalb häufiger unterversorgt.
  • Selenarme Böden: In selenarmen Regionen ist auch das Futter selenarm. Ob Bedarf besteht, lässt sich per Rationsanalyse und ggf. Blutuntersuchung klären.

⚠️ Warum „mehr" hier gefährlich ist

  • Selen hat einen engen Sicherheitsbereich – Überdosierung ist toxisch und kann u. a. zu Haarausfall (Mähne/Schweif), Hufproblemen und Lahmheit führen.
  • Vitamin E in Übermengen kann die Vitamin-A-Aufnahme beeinträchtigen.

Deshalb: Selen- oder Vitamin-E-Gaben nicht wahllos kombinieren, sondern am errechneten Bedarf ausrichten. Wer bereits ein mineralisiertes Futter gibt, sollte nicht unkontrolliert ein zweites selenhaltiges Präparat dazugeben. Bei Unsicherheit hilft eine Fütterungsberatung oder der Tierarzt.

Weitere Bausteine

  • Bedarfsgerechtes Mineralfutter gleicht typische Lücken (Kupfer, Zink, Selen, Jod, Vitamin E) aus – siehe Mineralfutter fürs Pferd.
  • Stress reduzieren, ausreichend Bewegung, Weidegang und Sozialkontakt.
  • Gesundheitsmanagement: Zahnkontrolle, gezielte Entwurmung per Kotprobe und Impfungen nach tierärztlichem Plan.

Häufige Fragen

Welche Nährstoffe unterstützen das Immunsystem beim Pferd?

Vor allem die Antioxidantien Vitamin E und Selen, die zusammenwirken, sowie eine insgesamt ausgewogene Versorgung über gutes Raufutter und bedarfsgerechtes Mineralfutter. Sie unterstützen die normale Abwehr, sind aber kein Schutz vor Krankheiten.

Braucht mein Pferd Vitamin E, wenn es nur Heu bekommt?

Möglicherweise. Beim Trocknen und Lagern von Heu geht ein großer Teil des Vitamin E verloren (30–85 %). Pferde ohne Weidegang sind daher eher unterversorgt. Ob und wie viel ergänzt werden sollte, klärst du am besten über eine Rationsprüfung mit Fütterungsberatung oder Tierarzt.

Kann ich meinem Pferd einfach Selen geben?

Nein. Selen hat einen engen Sicherheitsbereich, und zu viel ist giftig. Selen sollte nur bei belegtem Bedarf und in passender Dosis ergänzt werden – am besten nach Rationsanalyse und in Absprache mit dem Tierarzt, ohne mehrere selenhaltige Futter zu kombinieren.

Mehr zur Wirkung und den Formen von Vitamin E liest du in unserem Human-Ratgeber.

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Quellen

  • Kentucky Equine Research: Feed to Support the Horse's Immune System. ker.com
  • Kentucky Equine Research: Understanding Vitamin E in Equine Diets. ker.com
  • Kentucky Equine Research: Selenium for Horses – How Important Is It? ker.com

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche oder fütterungsfachliche Beratung. Selen- und Vitamin-E-Ergänzungen nur am belegten Bedarf ausrichten – im Zweifel Tierarzt fragen. Ergänzungsfutter sind keine Arzneimittel.