LifeVitalMagazin

Pferde

Fellwechsel beim Pferd unterstützen: Ernährung, Pflege und Warnzeichen

Im Fellwechsel braucht das Pferd Energie und Nährstoffe. So unterstützt du mit Kupfer, Zink, Eiweiß und Pflege – und warum verzögertes Abhaaren auf PPID (Cushing) hindeuten kann.

Redaktion
LifeVital Redaktion
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesedauer
3 Min.

Das Wichtigste in Kürze: Zweimal im Jahr wechseln Pferde ihr Fell – gesteuert vor allem durch die Tageslichtlänge. Der Fellwechsel kostet Energie, Eiweiß und Spurenelemente. Unterstützen kannst du mit einer bedarfsgerechten Fütterung (u. a. Kupfer und Zink), gründlicher Fellpflege und ausreichend Bewegung an Licht und Luft. Ein gesundes Pferd ist meist in sechs bis acht Wochen durch. Wichtig: Ein verzögerter oder unvollständiger Fellwechsel – besonders ein auffällig langes, lockiges Fell, das nicht abgeworfen wird – kann ein Anzeichen für PPID (Equines Cushing-Syndrom) sein und gehört tierärztlich abgeklärt.

Warum der Fellwechsel fordernd ist

Der Fellwechsel wird vor allem durch die Tageslichtlänge (Photoperiode) ausgelöst, nicht allein durch die Temperatur. Das Bilden von neuem Haar kostet den Organismus Energie, Eiweiß und Spurenelemente. In dieser Zeit kann das Immunsystem stärker beansprucht sein und manche Pferde wirken vorübergehend matter oder haben stumpferes Fell. Ein gesundes Pferd hat den Fellwechsel meist in sechs bis acht Wochen abgeschlossen.

So unterstützt du dein Pferd

Bedarfsgerechte Nährstoffe

  • Kupfer und Zink sind am Aufbau von Haar und Hautpigment (Melanin) beteiligt – sie fehlen im Heu häufig (siehe Mineralfutter fürs Pferd). Die Balance ist wichtig: Zink und Kupfer werden oft im Verhältnis ~3:1 bis 4:1 ergänzt.
  • Ausreichend hochwertiges Eiweiß (Aminosäuren) liefert die Bausteine für neues Haar.
  • Eine insgesamt ausgewogene Grundration ist die Basis – gezielt statt wahllos ergänzen. Bei Unsicherheit hilft eine Heuanalyse oder Fütterungsberatung.

Bewegung & Licht

Bewegung an frischer Luft und natürliches Tageslicht unterstützen den normalen Rhythmus des Fellwechsels. Wer das Winterfell scheren lässt, sollte die Deckenwahl an Bewegung und Witterung anpassen.

Fellpflege im Fellwechsel

Regelmäßiges, gründliches Putzen ist im Fellwechsel Gold wert:

  • Es entfernt loses Haar, bevor es verfilzt, und beschleunigt sichtbar das Abhaaren.
  • Es fördert die Durchblutung der Haut und regt den Haarwechsel an.
  • Es ist zugleich ein Gesundheits-Check: Beim Putzen fallen Hautveränderungen, Scheuerstellen oder Parasiten früh auf.

Praktische Helfer sind grober Striegel, Gumminoppen-Handschuh und ein spezieller Fellwechsel-Kamm. Bei empfindlichen Pferden sanft und in Fellrichtung arbeiten.

⚠️ Wann zum Tierarzt? PPID erkennen

Lass abklären, wenn dein Pferd:

  • das Winterfell nicht oder nur verzögert/unvollständig abwirft
  • ein auffällig langes, lockiges Fell behält (Hirsutismus – das bekannteste PPID-Zeichen)
  • weitere Auffälligkeiten zeigt: Muskelabbau, wiederkehrende Hufrehe (Laminitis), vermehrtes Trinken/Urinieren, chronische Haut-/Hautinfektionen, Infektanfälligkeit

Gerade bei älteren Pferden (meist ab etwa 15 Jahren) ist verzögertes Abhaaren eines der typischsten Anzeichen für PPID (Equines Cushing-Syndrom). Wichtig laut Tiermedizin: PPID lässt sich nicht ausschließen, nur weil das lange Fell fehlt – und auch jüngere Pferde können betroffen sein. Da Pferde mit PPID bei früher Diagnose die besten Aussichten haben, gehört jeder Verdacht tierärztlich untersucht (Bluttest).

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Fellwechsel beim Pferd?

Bei gesunden Pferden meist sechs bis acht Wochen. Gesteuert wird er vor allem über die Tageslichtlänge, weniger über die Temperatur.

Welche Nährstoffe sind im Fellwechsel wichtig?

Vor allem hochwertiges Eiweiß sowie die Spurenelemente Kupfer und Zink, die am Haaraufbau und an der Fellpigmentierung beteiligt sind. Eine ausgewogene Grundration ist entscheidend; eine Über­dosierung einzelner Elemente vermeiden.

Mein Pferd haart im Frühjahr kaum ab – ist das normal?

Verzögertes oder unvollständiges Abhaaren, besonders bei älteren Pferden, kann auf PPID (Cushing) hindeuten und sollte tierärztlich abgeklärt werden – vor allem, wenn ein langes, lockiges Fell dazukommt.

Kann ich den Fellwechsel mit Zusatzfutter beschleunigen?

Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Eiweiß, Kupfer und Zink schafft gute Voraussetzungen, „erzwingen" lässt sich der Fellwechsel aber nicht. Wahlloses Zufüttern mehrerer Mineralpräparate kann sogar schaden. Am meisten bringt regelmäßiges Putzen plus ausgewogene Ration.

Passende Artikel

Quellen

  • Texas A&M School of Veterinary Medicine: Why Is My Horse Not Shedding Its Winter Coat? (PPID). vetmed.tamu.edu
  • Merck Veterinary Manual: Nutritional Requirements of Horses. merckvetmanual.com

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei verzögertem Fellwechsel, langem lockigem Fell oder weiteren Auffälligkeiten wende dich an deinen Tierarzt.